Barrierefreies Taxi mit Rollstuhlrampe und freundlichem Maskottchen Pfiffi, Kampagne fr mehr Menschlichkeit im Straenverkehr

Wenn der Weg zur sicheren Patientenbeförderung nicht einfach ist

06. September 2026 | von Taxi Pfeiffer

Ein Taxi hält mitten auf der Straße. Die Warnblinkanlage ist eingeschaltet. Der Verkehr muss kurz warten. Für den Autofahrer dahinter ist die Situation scheinbar eindeutig: Da steht jemand im Weg.

Was dieser Autofahrer in diesem Moment möglicherweise nicht sieht: Hinter dem Fahrzeug befindet sich vielleicht ein Rollstuhl, eine Trage oder ein Mensch, der nicht selbstständig gehen kann. Vielleicht liegt der Hauseingang an einer stark befahrenen Straße. Vielleicht ist der Gehweg abschüssig, zu schmal oder durch parkende Fahrzeuge blockiert. Vielleicht befindet sich die Arztpraxis in einer Lage, an der ein Rollstuhltransport direkt vor dem Eingang überhaupt nicht möglich ist.

Und während der Autofahrer hinter dem Taxi ungeduldig auf die Weiterfahrt wartet, versucht der Fahrer gerade, einen Menschen sicher aus dem Fahrzeug zu bringen.

Genau hier beginnt ein Problem, das viele Menschen gar nicht kennen.

Ein Taxi ist nicht immer einfach nur ein Taxi

Bei einer normalen Taxifahrt steigt ein Fahrgast aus, schließt die Tür und geht seinen Weg. Bei einem Rollstuhl- oder Liegendtransport sieht die Situation völlig anders aus.

Ein Rollstuhl muss unter Umständen aus dem Fahrzeug herausgefahren, eine Rampe ausgelegt oder eine Hebebühne bedient werden. Der Fahrgast muss gesichert und möglicherweise gemeinsam mit dem Rollstuhl bewegt werden. Bei einem Liegendtransport können zusätzliche Sicherungs- und Umsetzvorgänge notwendig sein.

Das braucht Zeit – und vor allem Platz.

Ein Fahrer kann einen Rollstuhl nicht einfach irgendwo ausladen, nur weil dort gerade ein Parkplatz frei ist. Ein Gefälle, eine Bordsteinkante, eine Fahrbahnneigung oder fehlender Platz neben dem Fahrzeug können aus einer scheinbar geeigneten Stelle eine gefährliche Situation machen.

Für den Fahrer steht deshalb zunächst eine Frage im Mittelpunkt: Wie bekomme ich den Patienten sicher aus dem Fahrzeug und anschließend zur Eingangstür?

Das kann manchmal bedeuten, dass das Fahrzeug nicht genau dort steht, wo es sich ein anderer Verkehrsteilnehmer wünschen würde.

Dabei gelten natürlich auch für Taxiunternehmen und ihre Fahrer die Regeln der Straßenverkehrs-Ordnung. Ein Taxi darf nicht beliebig Verkehrsverbote ignorieren. Es gibt jedoch Regelungen für das Halten und Ein- beziehungsweise Aussteigen sowie Möglichkeiten für behördlich genehmigte Ausnahmen. Die konkrete Situation muss deshalb immer beurteilt werden.

Gerade bei regelmäßig angefahrenen Einrichtungen kann es deshalb sinnvoll sein, gemeinsam nach einer sicheren Lösung zu suchen, statt einfach davon auszugehen, dass das Taxi „schon irgendwie dort stehen darf“.

Was für den einen nur zwei Minuten sind, können für den anderen entscheidend sein

Besonders schwierig wird es, wenn andere Verkehrsteilnehmer nur einen kleinen Ausschnitt der Situation sehen.

Der Fahrer steht vielleicht tatsächlich einige Minuten dort, wo andere gerne weiterfahren würden. Doch diese Zeit wird nicht mit Warten verbracht.

In dieser Zeit wird möglicherweise eine Rampe ausgelegt, ein Rollstuhl gesichert, ein Patient angeschnallt oder eine Person vorsichtig aus einer Liegeposition umgesetzt.

Ein Rollstuhl lässt sich nicht so bewegen wie ein normaler Fahrgast.

Und ein Patient, der auf Unterstützung angewiesen ist, kann nicht einfach sagen: „Dann beeilen wir uns eben.“

Sicherheit geht vor Geschwindigkeit.

Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um ältere, körperlich eingeschränkte oder gesundheitlich belastete Menschen handelt.

Wer einen solchen Transport durchführt, trägt Verantwortung für einen Menschen, der sich in diesem Moment nicht einfach selbst helfen kann.

Die Perspektive des anderen Verkehrsteilnehmers

Natürlich ist auch nachvollziehbar, dass ein Autofahrer genervt ist, wenn er plötzlich warten muss. Niemand steht gerne im Stau oder kommt verspätet zu seinem Termin.

Problematisch wird es allerdings, wenn aus Ungeduld sofort Aggressivität wird.

Hupen. Gesten. Beschimpfungen. Beleidigungen. Manchmal wird sogar ausgestiegen, um den Fahrer zur Rede zu stellen.

Für denjenigen, der im Taxi gerade einen Patienten versorgt, ist das eine zusätzliche Belastung.

Dabei wäre häufig nur eines notwendig: ein paar Sekunden Geduld.

Ein Blick auf die Situation reicht oft schon aus, um zu erkennen, dass hier gerade etwas anderes passiert als bei einem gewöhnlichen Halt.

Wer einen Rollstuhl oder eine Liegendtrage sieht, kann sich zumindest fragen: Warum steht dieses Fahrzeug hier gerade so?

Diese kleine Frage würde manche Situation wahrscheinlich bereits entschärfen.

Auch am Telefon beginnt die Arbeit manchmal mit Geduld

Die Problematik beginnt allerdings nicht erst auf der Straße.

Auch in der Telefonzentrale erleben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder Situationen, in denen ein Anliegen zunächst erklärt werden muss.

Bei Krankenfahrten gibt es häufig Besonderheiten: Wo kann der Patient abgeholt werden? Ist eine Begleitperson dabei? Kann der Rollstuhl mitgenommen werden? Muss der Patient liegend transportiert werden? Gibt es an der Zieladresse eine Rampe, einen Aufzug oder eine andere Zugangsmöglichkeit?

Solche Fragen werden nicht gestellt, um einen Kunden zu ärgern.

Sie werden gestellt, damit am Ende das richtige Fahrzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht.

Gerade bei Rollstuhl- und Liegendtransporten kann eine scheinbar kleine Information entscheidend sein. Wenn eine wichtige Angabe fehlt, kann das im ungünstigsten Fall bedeuten, dass ein Fahrzeug vor Ort ist, die Beförderung aber nicht wie geplant durchgeführt werden kann.

Deshalb versuchen Mitarbeiter in der Zentrale manchmal, Dinge genauer zu erklären oder nachzufragen.

Das ist keine Schikane.

Es ist Vorbereitung.

Und trotzdem erleben auch die Mitarbeiter am Telefon Situationen, in denen Kunden nicht mehr zuhören möchten, Erklärungen unterbrechen oder sogar beleidigend werden.

Hier wäre manchmal etwas mehr gegenseitiges Verständnis hilfreich.

Nicht jede ungewöhnliche Situation ist ein Fehlverhalten

Für Außenstehende sieht ein Vorgang häufig sehr einfach aus: Auto steht falsch, Fahrer blockiert die Straße, warum fährt der nicht weiter?

Die Realität kann jedoch wesentlich komplizierter sein.

Gerade bei einem Rollstuhl- oder Liegendtransport muss der Fahrer mehrere Dinge gleichzeitig berücksichtigen: die Verkehrssituation, die Sicherheit des Patienten, die Beschaffenheit des Untergrunds, die Möglichkeit zum Öffnen und Bedienen des Fahrzeugs und den sicheren Weg bis zum Eingang.

Dabei darf selbstverständlich nicht einfach jede Verkehrsregel nach Belieben außer Kraft gesetzt werden. Die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer bleibt ebenfalls wichtig.

Aber genau deshalb sollte man bei einer ungewöhnlichen Situation nicht sofort vom Fehlverhalten ausgehen.

Vielleicht gibt es einen guten Grund.

Vielleicht sieht man ihn nur nicht.

Ein wenig Geduld hilft allen

Taxi- und Krankenbeförderungsfahrer sind keine Verkehrsteilnehmer, die absichtlich andere behindern möchten. Im Gegenteil: Gerade Fahrer, die regelmäßig Rollstuhl- und Liegendtransporte durchführen, wissen sehr genau, wie wichtig ein sicherer und möglichst reibungsloser Ablauf ist.

Auch sie möchten ihre Fahrt beenden, den nächsten Auftrag erreichen und pünktlich sein.

Aber wenn ein Mensch sicher aus einem Fahrzeug gebracht werden muss, darf nicht die Ungeduld des nachfolgenden Verkehrs das Tempo bestimmen.

Ein paar Minuten Verzögerung sind ärgerlich. Ein Sturz eines Patienten wäre wesentlich schlimmer.

Vielleicht lohnt es sich deshalb beim nächsten Mal, wenn ein Taxi mit eingeschalteter Warnblinkanlage ungewöhnlich steht, kurz innezuhalten und genauer hinzusehen.

Ist vielleicht gerade ein Rollstuhl im Einsatz?

Wird gerade eine liegende Person ausgeladen?

Braucht jemand Unterstützung?

Dann gilt eigentlich das, was im Straßenverkehr grundsätzlich gelten sollte: Rücksicht nehmen, aufmerksam bleiben und nicht vorschnell urteilen.

Denn manchmal steckt hinter einem scheinbar falsch stehenden Taxi nicht Bequemlichkeit, Nachlässigkeit oder Rücksichtslosigkeit – sondern schlicht der Versuch, einen Menschen sicher ans Ziel zu bringen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft sowie überarbeitet.